1 · Eine Werkstatt am Ende der Welt
Schaanie starrte auf den Kontrollmonitor ihrer Raumyacht. Warum befand sich das Schiff nicht mehr im Überlichtflug?
»Wir haben einen erheblichen Schaden«, berichtete der Bordcomputer. »Ich konnte rechtzeitig Maßnahmen einleiten, um in den Unterlichtflug einzutreten. Die meisten Steuerungsmöglichkeiten sind außer Betrieb. Wir müssen dringend landen.«
Die blinkenden Alarmleuchten am Kontrollpult bedeuteten nur eines: Die Situation war ernst.
»Speichere das Logbuch in einer Signalboje und starte sie sofort«, befahl Schaanie.
»Start erfolgt.«
Die Boje war eine schwache Hoffnung auf Rettung. Mit begrenztem Treibstoff versuchte sie selbstständig, frequentierte Flugrouten aufzusuchen und einen Notruf abzusetzen. Doch im Orkanis-Sektor gab es nicht übermäßig viel Raumverkehr. Es könnte Tage dauern, bis jemand die Nachricht empfing.
Auf dem Monitor wurde das Bild eines orangefarbenen Planeten schnell größer. »Was ist das?«, schrie Schaanie den Bordcomputer an.
»Wir nähern uns mit hoher Geschwindigkeit dem Planeten CR22L und drohen abzustürzen«, antwortete der mit einer enervierend ruhigen Stimme. »Die Umgebungsbedingungen sind für Menschen noch geeignet, aber suboptimal: Temperaturen um minus vier Grad Celsius, atembare Luft mit 16 Prozent Sauerstoff, spärliche Vegetation.«
Verdammt – ein Planet ohne Namen, nur mit einer Registrierungsnummer.
Es ruckelte. »Wir durchqueren die äußeren Atmosphärenschichten«, erklärte der Computer das Offensichtliche.
»Scanne nach einer Stadt oder einer Siedlung, egal was«, verlangte Schaanie.
»Die Möglichkeiten, eine bestimmte Position anzusteuern, sind durch die Beschädigungen der Kurskontrolle eingeschränkt. Der Planet ist laut Eintrag in meiner Datenbank unbewohnt. Ich registriere keine größeren bevölkerten Areale – ein hochauflösender Scan ist derzeit nicht möglich. Einen Moment ...«
»Was?«
»Ich empfange einen Leitstrahl. Er ist exakt auf uns gerichtet und enthält kodierte Steuerungsinformationen für eine Landung.«
»Schalte dich drauf!«
Der Sinkflug entsprach in keiner Weise dem Lehrbuch. Erst wurde Schaanie herumgeschüttelt, schließlich setzte ihre Yacht hart auf. Es fühlte sich an, als hätte sich ihr das Rückgrat in den Schädel gebohrt. Ihr wurde schwindelig.
Dann war es still.
Was immer gerade geschehen war, es war einiges schiefgelaufen. Wie hatte das passieren können?
Schaanie war Agentin des Sicherheitscorps von Tellas. In dieser Funktion war sie ständig unterwegs, nirgends sesshaft. Ihre Yacht betrachtete sie als ihr Heim. Der letzte Auftrag hätte sie nach Reelon führen sollen, um den Tod eines Lokalpolitikers zu untersuchen. Ein einfacher Job – der Mann war bestimmt korrupt gewesen und hatte sich zu sehr auf das organisierte Verbrechen des Planeten eingelassen. Sie hatte sich auf den Einsatz gefreut, denn Reelon war immer eine Reise wert – die Strände waren unglaublich, wenn die weißblaue Sonne über dem phosphoreszierend-grünen Meer unterging.
Die Dinge hatten sich anders entwickelt.
Sie ärgerte sich darüber, dass sie überhaupt in diesen Schlamassel gekommen war. Sie hatte vorgehabt, die langweilige Überlichtpassage schlafend zurückzulegen, doch ein schriller Alarm hatte sie jäh geweckt. Inmitten des Flugs durch die Thanaros-Zone hatten offenbar mehrere technische Systeme versagt. Diese Zone war zwar bekannt dafür, dass es hin und wieder ungeklärte Fälle von vermissten Schiffen gab, aber ein Umweg war ihr zu lang gewesen.
Die Folgen ihrer Ungeduld holten sie nun ein.
»Setze einen Notruf ab«, ordnete sie an.
Nichts passierte.
»Computer?!«
Statt einer Antwort kratzte es nur aus dem Bordlautsprecher. Es klang ganz entfernt nach leisen Worten, Schaanie verstand sie aber nicht.
›Kognitionsmodul, Statusmeldung!‹ Noch hatte sie sich nicht daran gewöhnt, ihr Hirnimplantat zu verwenden. Zu lange war es ein Instrument der Unterdrückung gewesen. Doch immer öfter sprach sie in Gedanken mit ihm.
›Schiffssysteme sind gestört ... Analyse läuft ...‹
Es entstand eine nervige Pause. Schaanie faltete die Hände.
›Bin auch betroffen‹, erklärte das Kognitionsmodul. ›Melde mich ab ...‹
›Warte!‹
Aber es gab keine Reaktion.
Für einige Sekunden schloss Schaanie die Augen und überdachte ihre Situation, die anscheinend katastrophaler war als zunächst angenommen.
Sie musste nach draußen, um sich umzusehen. Auch wenn es unwahrscheinlich war, selbst auf einem unbewohnten Planeten könnte sie etwas finden, das ihre Lage verbesserte. Und von irgendwoher musste der Leitstrahl gekommen sein, womöglich von irgendeiner verlassenen technischen Einrichtung.
Aus dem Schrank schnappte sie sich die Thermojacke und steckte die Loopgun ein. Vielleicht lauerten im Freien gefährliche Tiere.
Sie hastete zum Frachtraum. »Aufmachen!«, befahl sie. Schließlich wurde ihr klar, dass die Sprachkommandos ohne Bordcomputer nicht funktionierten.
An der Wandseite öffnete sie die Klappe der manuellen Kontrolle und drückte einen Knopf tief ein.
Langsam schwang die Luke auf, bis sie knirschend aufsetzte. Gleißendes Licht fiel herein. Oben ein blauer Himmel, am Boden brauner Sand, so weit das Auge reichte. Die Ebene wurde von Hügelketten unterbrochen, die sich wie Wasserwellen bis zum Horizont fortsetzten.
Schaanie stieg die Rampe hinab. Kalter Wind blies ihr ins Gesicht, und sie zog den Verschluss ihrer Jacke hoch.
Durch die Nase nahm sie einen tiefen Atemzug. Es roch nach altem Holz und Staub.
Erneut wurde ihr leicht schwindelig. Wahrscheinlich musste sich ihr Stoffwechsel erst an den niedrigen Sauerstoffgehalt gewöhnen. Kurz taumelte sie, dann stand sie wieder stabil.
An einigen Stellen war der Sandboden mit einem dunklen, weitverzweigten Geflecht überzogen – vielleicht eine Pflanzenart.
Zu ihrer Linken erblickte Schaanie ein Gebäude, das einzige weit und breit. Sie jubelte innerlich.
Es machte den Anschein zusammengewürfelter Baustile, die nicht zueinander passen wollten. Einige Wände waren aus Holz, andere aus Plastbeton errichtet. Sie hatten einen fleckig grauen Anstrich wechselnder Schattierungen. Alles wirkte reparaturbedürftig. Angebaut an das mehrstöckige Haus mit schrägem Dach war eine Art Hangar. Hinter einer breiten Öffnung lagen Werkzeuge, Geräte und technische Teile verstreut. Neben dem Eingang befand sich ein Schrotthaufen mit ausgeweideten Schaltschränken, verbogenen Röhren und ausgefransten Kabelbündeln.
Selbst auf als unbewohnt eingestuften Planeten lebten hin und wieder Menschen. Einige waren Bauern oder Aussteiger, andere betrieben Handel mit natürlichen Ressourcen. Aber in dieser Einöde? Wie konnte man hier überleben?
Doch dieses Anwesen versprach Hoffnung. Egal, wie heruntergekommen es aussah, es war die einzige Chance auf Hilfe.
»Ist da jemand?«, rief Schaanie in den Hangar. Zögerlich trat sie ein und stieß aus Versehen mit dem Fuß gegen ein Bauteil. Es schepperte über den Boden.
Eine Tür an der Rückwand ging auf. Eine Frau schaute heraus und trottete auf Schaanie zu. Sie wirkte müde und hatte einen glasigen Blick. Ihr braunes Haar hing in fettigen Strähnen herab.
Schaanie zog ihre Plakette hervor. Das Hologramm der sich drehenden Planetenkugel von Tellas erschien darüber. »Ich bin Agentin Mendigs, Sicherheitscorps von Tellas. Ich benötige Hilfe in einer dienstlichen Angelegenheit. Mein Schiff wurde beschädigt und muss repariert werden.« Sie deutete hinaus. »Ich bitte Sie, einer Agentin in Not zu helfen.«
Der müde Ausdruck verschwand und die Frau grinste hämisch. »Heiße Zarla. Kein Mitglied von irgendwas.« Sie musterte das Hologramm. »Dieses Ding kannst du wegstecken, Herzchen. Ist hier nichts wert.«
»Korv! Dren! Kundschaft!«, brüllte sie über die Schulter.
Sie fixierte Schaanie. »Eine Reparatur also? Hast Glück. Das ist eine Werkstatt. Meine Brüder schaffen auch schwierige Fälle, jeder Schiffstyp. Auch deine drollige Yacht.«
»Korv! Dren!«, schrie sie erneut. »Seid ihr wieder besoffen? Kundschaft!«
Schaanie versuchte ihre Situation einzuschätzen. Die Instandsetzung einer Yacht war kein Kinderspiel und erforderte teures Equipment und Fachkenntnisse. Sie erkannte ein Diagnoseterminal auf einem Rolltisch, an der Wand hingen Werkzeuge für den Antrieb, in weiteren Rollwagen mit Schubladen vermutete sie zusätzliche Ausrüstung. Auf dem Boden lagen technische Teile, die sie nicht zuordnen konnte. Vielleicht war alles für eine provisorische Reparatur vorhanden, aber die Ausstattung wirkte heruntergekommen und ramponiert.
Ihre geliebte Yacht wollte Schaanie nicht in die Hände von Leuten geben, die ihre Gerätschaften nicht pflegten. »Wenn Sie einfach einen Notruf per Fernfunk losschicken könnten, wäre ich Ihnen sehr verbunden.«
»Fernfunk? Funktioniert nicht. Du musst schon hierbleiben, bis wir deine Luxusyacht flottgekriegt haben.« Zarla lächelte und zeigte ihre krummen Zähne. »Korv! Dren!«, brüllte sie noch einmal durch die Tür.
— Ende der Leseprobe dieser Story —
(Der Schluss folgt in der Buchausgabe.)
2 · Das Gedächtnis von Hidrell
Schaanie hielt ihre Yacht einige Sekunden lang still über der schwimmenden Station, bevor sie den Sinkflug einleitete.
Hidrell war ein Zwergplanet, der fast nur aus Wasser bestand. Es gab zwar einen festen Kern, aber keine Landmassen. An der Oberfläche trieben lediglich gigantische Eisschollen – und eine Abbaustation für Mentharit, die Schaanies Ziel war.
Von oben zeigte sich die Station als eine dunkelgraue Scheibe von etwa einem halben Kilometer Durchmesser mit zahlreichen Aufbauten. Den technischen Unterlagen zufolge lag der weitaus größere Teil unterhalb der Wasserlinie.
Schaanie hatte keine Probleme, den Einflugschacht zu treffen. Nach einigen Minuten setzte die Yacht sanft auf dem Landedeck auf, und Schaanie fuhr alle Aggregate herunter.
»Willkommen auf Hidrell II«, hörte sie den Landeeinweiser aus dem Lautsprecher. »Jemand wird Sie gleich abholen.«
»Du bleibst an Bord!«, sagte sie zu Brush auf dem Weg zur Ausstiegsluke.
Er surrte hinter einen der Ausrüstungscontainer. War er etwa beleidigt?
Sie stieg aus und blickte nach oben. Zwei gigantische, horizontale Verschlussschotten fuhren scheppernd aufeinander zu. Noch einen Moment war der hellblaue Himmel durch die Lücke sichtbar, bevor die Schotten sich krachend schlossen.
Schaanie schaute sich um: zahlreiche Container, ein Shuttle. Zwei Lifter waren wahrscheinlich für kurze Ausflüge in die Atmosphäre gedacht.
Ein Seitenschott öffnete sich, und eine Frau in hellgrauer Uniform eilte heran. Sie war rundlich und bestimmt einen Kopf kleiner als Schaanie. »Willkommen«, grüßte sie freundlich. »Ich bin Dr. Talenis, Exo-Meeresbiologin und wissenschaftliche Leiterin dieser Station.«
»Agentin Mendigs, Sicherheitscorps von Tellas.«
»Ich führe Sie zu Ihrer Kabine.« Sie deutete zum Schott.
›Schließe die Yacht‹, befahl Schaanie gedanklich ihrem Kognitionsmodul. Surrend fuhr die Luke hoch.
Einen Augenblick lang schien die Wissenschaftlerin irritiert zu sein, dann schritt sie los. »Wie Sie bestimmt wissen, wird auf dieser Station das begehrte Mentharit abgebaut.« Es klang nach einem einstudierten Vortrag. »Diese Substanz kommt ausschließlich auf Hidrell vor, kann nicht künstlich hergestellt werden und ist für den Bau von Überlichtantrieben unverzichtbar.«
Schaanie hatte im Einsatzdossier davon gelesen. In der Beschreibung war der Begriff »temporalkohärentes Resonanzgitter« gefallen, das nur mit Mentharit zu vertretbaren Kosten aufgebaut werden konnte. Sie hatte es sich von ihrem Kognitionsmodul erklären lassen, aber letztlich kapituliert. Immerhin hatte sie verstanden, dass ein Raumschiff ohne diesen Stoff beim Überlichtflug in verschiedene zeitliche Zustände zerspringen würde. Dieses Mentharit war zwar nicht wie ein Treibstoff zu verstehen, bei jedem Flug wurde jedoch ein wenig davon verbraucht. Nach einigen Jahren musste das Resonanzgitter erneuert werden.
»Hidrell II beherbergt ungefähr tausend Menschen«, fuhr die Meeresbiologin fort, als sie durch einen schier endlosen Korridor gingen. »Etwa neunhundert von ihnen sind unmittelbar mit dem Abbau von Mentharit betraut. Wir nennen sie die Schürfer, obwohl die Substanz direkt aus dem Meerwasser gewonnen wird.«
»Hidrell II? Gab es vorher schon eine Station?«
Dr. Talenis zögerte einen Moment. »Das war lange vor meiner Zeit, ich weiß nichts darüber. Jedenfalls arbeitet zusätzlich zu den Schürfern Personal für die Grundversorgung, also Lebenserhaltung, Technik und Nahrung. Und es gibt eine Forschungsabteilung – da bin ich beschäftigt.« Sie lächelte stolz.
»Ist es nicht ungewöhnlich, dass sich solch eine Station ein Team von Wissenschaftlern leistet?«
Der Blick von Dr. Talenis verriet, dass Schaanie einen wunden Punkt angesprochen hatte.
»Die Betreibergesellschaft toleriert uns, ist aber nicht begeistert. Und sie vertuscht gern Missstände. Die Forschergruppe war es, die auf die dramatische Situation hingewiesen hat.«
»Sprechen wir also über die Vorfälle, wegen denen ich hier bin.«
An einer Kreuzung bogen sie ab. Mittlerweile hatte Schaanie die Orientierung verloren. Sie notierte sich im Geist, dass sie unbedingt einen Lageplan der Station brauchte.
Eine Frau und ein Mann in blauen Uniformen hasteten an ihnen vorbei. Sie trugen schwere Werkzeugkisten.
»Ja, die Vorfälle«, erwiderte Dr. Talenis. »Es begann vor zwei Monaten. Einige Schürfer veränderten ihr Verhalten. Wir haben es erst auf einen Stationskoller geschoben. Das Leben hier ist sehr eintönig, die meisten halten nur ein Jahr durch.«
»Aber es war kein Stationskoller.«
»Nein. Wir haben Unterschiede in den Gehirnscans festgestellt. Vereinfacht ausgedrückt: Die Menge neuronaler Vernetzungen hat bei den Patienten deutlich abgenommen. Die betreffenden Schürfer erfüllen ihre Aufgaben, doch ihnen fehlen Eigenschaften wie Selbstreflexion, Kreativität, Flexibilität und Initiative. Genau genommen sind sie jetzt sogar bessere Arbeiter, da sie ihr Leben nicht mehr hinterfragen.« Sie lachte kurz auf und blickte Schaanie an. »Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber wir haben es mit einem medizinischen Problem zu tun. Warum schickt man uns eine Agentin des Sicherheitscorps?«
Das hatte sich Schaanie auch zuerst gefragt. »Das Institut für Xenopathologie auf Karelis befasst sich bereits mit der Krankheit. Es hat Ihre Scans erhalten. Ich bin hier, weil man die Möglichkeit eines Sicherheitsproblems nicht ausschließt.«
»Ein Sicherheitsproblem?«, hakte die Wissenschaftlerin zögerlich nach.
»Es könnten Drogen eingeschleppt worden sein. Ein Syndikat auf Skiltho versucht derzeit, neue Märkte zu erschließen. Als zweites: Vielleicht gibt es Saboteure, die einen Virus freigesetzt haben. Einige konservative Kräfte in der Föderation wollen zurück zu einem einfachen Leben ohne Überlichtflüge.«
Dr. Talenis schüttelte den Kopf. »Das erscheint mir doch weit hergeholt, so etwas wäre mir aufgefallen.« Sie deutete auf eine Tür. »Wir sind angekommen. Das ist Ihre Kabine. Richten Sie sich erst einmal ein. Der Chef der Station will Sie dann sehen.«
Die Kabine war geräumig und gut ausgestattet. Alles war aus weißem Kunststoff. Wie erwartet gab es kein Fenster. Es wäre technisch zu aufwendig gewesen, unterhalb der Wasserlinie nur für die schöne Aussicht ein Sichtglas einzubauen. Wobei Schaanie nicht einmal wusste, ob die Aussicht so schön wäre – viel Wasser, vielleicht hin und wieder ein paar Fischschwärme. Sie hatte gelesen, dass der Planet eine Vielfalt maritimen Lebens beherbergte.
An der Wand befand sich ein Info-Monitor. Er zeigte den Plan der Station. Sie prägte sich den Weg zur Steuerungszentrale ein, denn dort würde sie den Leiter finden.
Wenige Minuten später erreichte sie sein Büro. Der Mann war stämmig und bestimmt zwei Meter groß. »Ich bin Direktor Rhemon Corlan.« Er deutete auf den Platz vor dem Schreibtisch und beide setzten sich.
»Schaanie Mendigs, Sicherheits...«
»Sicherheitscorps von Tellas, ich weiß. Warum sind Sie hier?«
»Die Zentralregierung befürchtet aufgrund der ernsten medizinischen Probleme, dass die Versorgung von Mentharit gefährdet ist. Sollte der Nachschub ins Stocken geraten, wäre die gesamte Föderation bedroht – interstellare Distanzen könnten plötzlich unüberwindbar werden.«
»Sie verkennen, dass diese Station nicht der Regierung gehört. Ich unterstehe allein der Betreibergesellschaft Thosco Mining. Darüber hinaus gilt das Recht von Bergbaustationen. Sie haben hier keine Befugnisse.«
Schaanie hatte erwartet, dass dieser heikle Punkt zur Sprache kommen würde. »Die Mentharitförderung ist zu wichtig, um die Problemlösung allein in die Hand der Minengesellschaft zu geben. Die Regierung hat daher eine Vereinbarung mit Thosco getroffen. Mir wurde versprochen, dass Sie kooperieren. Werden Sie sich daran halten?«
Er grummelte nur.
Schaanie wertete das als Zustimmung.
— Ende der Leseprobe dieser Story —
(Der Schluss folgt in der Buchausgabe.)
© J. R. Tarson – Nur zur Ansicht. Keine Vervielfältigung. jrtarson.de